China
China laesst sich mit einem Wort charakterisieren - Chinesen. Es ist einfach unglaublich wieviele Menschen dieses Land beherbergt. Ich dachte, ich bin gerade auf dem Weg in eine kleine Provinzstadt und wundere mich, warum dieser Zug eine Stunde benoetigt um von der Stadtgrenze zum Bahnhof zu kommen. Beim Nachlesen stelle ich fest, dass Zhezhuong mal eben 7 Millionen Einwohner hat.
Genauso beeindruckend wie die schieren Menschenmassen ist der riesige Organisationsapparat der diesen Tausendfuessler - ein Tier, das China sehr viel besser charakterisiert als der Drache - am Laufen haelt. Er scheint zwar staendig ueber seine eigenen Fuesse zu stolpern, ist in Wirklichkeit aber im stetigen und rasend schnellen Gleichschritt unterwegs. Diese Organisiertheit faellt beonders positiv aus wenn man gerade aus dem Chaos der Mongolei nach China geschwemmt wird und ploetzlich alles wieder zu funktionieren sscheint, die Felder der Bauern (oder wohl eher: Kolchosen) sind wie mit dem Strich gezogen und auch der Verkehr scheint sich an Regen zu halten - Regeln, die fuer einen Westeuropaeer zwar jeglicher Vernunft entbehren, aber immerhin. Das Zugsystem ist aber schlichtweg beeindruckend.
Leider hat die Organisation verbunden mit einer Moderiniserungswut dazu gefuerht, dass die meisten Staedte Chinas sich aehneln wie ein Ei dem andern. Bejing sticht natuerlich heraus, aber auch hier hat man den Eindruck, dass allzu leichtfertig die letzten Teile der Altstadt dem x-ten Hotel und Buerotower geopfert werden. Alles wird dem Diktat der Wirtschaft untergeordnet und das in einer Art und Weise, die bei uns seit den 60er Jahren nicht mehr vorstellbar ist. Doch ist hierbei natuerlich nicht der Rueckzug des Staates das Problem, sondern die vollstaendige Identitaet von Staat und Wirtschaft.
Der Staat ist schlichtweg allgegenwaertig und zeigt auch gerne mal seine Macht. Wir hatten interessehalber ein Fussballspiel von Guajo Bejing gegen Shanghai (6 gegen 8, alte Erzrivalen) verfolgt. Es war nicht so sehr das Spiel spannend sondern das Verhalten der Fans und der allgegenwaertigen Staatspolizei. In jedem Block sitzen mehrere Aufpasser und das gesamte Spielfeld ist umrahmt von unbewegt in die Fans starrenden Sicherheitsmaennern. Am Ende des Spiels ("wir" haben uebrigens 3:1 gewonnen) war der gesamte Vorplatz des Arbeiterstadiums mit Polizisten vollgestellt - und das will was heissen. Fuer die etwas 15000 friedlichen Fans kann man dies nur als reine Machtdemonstarion bewerten. Nicht das man so etwas in Deutschland nicht auch erleben wuerde, aber das Ausmass und die Art und Weise des Auftretens sind nicht vergleichbar.
Wir wurden als einzige Europaeer uerbrigens frenetisch bejubelt - nach dem gewonnenen Spiel wollte jeder der Bejing-Supporter uns eigenhaendig die Hand druecken. Sehr schoenes Erlebnis.
Bei mir geht es jetzt morgen weiter nach Quiandozing, wo ich versuche mit dem Boot nach Shanghai zu fahren. So habe ich die Chance den Jiangtse noch mal zu sehen, bevor der Drei-Schluchten-Staudamm fertig ist.
Mehr gibt es bald - und dann vor allem auch wieder Fotos.
-Flo auf Reisen-
Genauso beeindruckend wie die schieren Menschenmassen ist der riesige Organisationsapparat der diesen Tausendfuessler - ein Tier, das China sehr viel besser charakterisiert als der Drache - am Laufen haelt. Er scheint zwar staendig ueber seine eigenen Fuesse zu stolpern, ist in Wirklichkeit aber im stetigen und rasend schnellen Gleichschritt unterwegs. Diese Organisiertheit faellt beonders positiv aus wenn man gerade aus dem Chaos der Mongolei nach China geschwemmt wird und ploetzlich alles wieder zu funktionieren sscheint, die Felder der Bauern (oder wohl eher: Kolchosen) sind wie mit dem Strich gezogen und auch der Verkehr scheint sich an Regen zu halten - Regeln, die fuer einen Westeuropaeer zwar jeglicher Vernunft entbehren, aber immerhin. Das Zugsystem ist aber schlichtweg beeindruckend.
Leider hat die Organisation verbunden mit einer Moderiniserungswut dazu gefuerht, dass die meisten Staedte Chinas sich aehneln wie ein Ei dem andern. Bejing sticht natuerlich heraus, aber auch hier hat man den Eindruck, dass allzu leichtfertig die letzten Teile der Altstadt dem x-ten Hotel und Buerotower geopfert werden. Alles wird dem Diktat der Wirtschaft untergeordnet und das in einer Art und Weise, die bei uns seit den 60er Jahren nicht mehr vorstellbar ist. Doch ist hierbei natuerlich nicht der Rueckzug des Staates das Problem, sondern die vollstaendige Identitaet von Staat und Wirtschaft.
Der Staat ist schlichtweg allgegenwaertig und zeigt auch gerne mal seine Macht. Wir hatten interessehalber ein Fussballspiel von Guajo Bejing gegen Shanghai (6 gegen 8, alte Erzrivalen) verfolgt. Es war nicht so sehr das Spiel spannend sondern das Verhalten der Fans und der allgegenwaertigen Staatspolizei. In jedem Block sitzen mehrere Aufpasser und das gesamte Spielfeld ist umrahmt von unbewegt in die Fans starrenden Sicherheitsmaennern. Am Ende des Spiels ("wir" haben uebrigens 3:1 gewonnen) war der gesamte Vorplatz des Arbeiterstadiums mit Polizisten vollgestellt - und das will was heissen. Fuer die etwas 15000 friedlichen Fans kann man dies nur als reine Machtdemonstarion bewerten. Nicht das man so etwas in Deutschland nicht auch erleben wuerde, aber das Ausmass und die Art und Weise des Auftretens sind nicht vergleichbar.
Wir wurden als einzige Europaeer uerbrigens frenetisch bejubelt - nach dem gewonnenen Spiel wollte jeder der Bejing-Supporter uns eigenhaendig die Hand druecken. Sehr schoenes Erlebnis.
Bei mir geht es jetzt morgen weiter nach Quiandozing, wo ich versuche mit dem Boot nach Shanghai zu fahren. So habe ich die Chance den Jiangtse noch mal zu sehen, bevor der Drei-Schluchten-Staudamm fertig ist.
Mehr gibt es bald - und dann vor allem auch wieder Fotos.
-Flo auf Reisen-
breakz - 12. Sep, 17:29
